Die Aufgabe

Ein Plakat für den ARVENA GARTEN.

Das First Class Hotel ARVENA PARK im Süden Nürnbergs bot in der Biergartensaison von Mai bis September Live Musik im hauseigenen ARVENA GARTEN.

Ein Plakat für die WERKSTATTBÜHNE WÜRZBURG.

Die ehemalige Werkstattbühne (heute Theaterwerkstatt) ist Würzburgs ältestes Privattheater und seit über 30 Jahren ein Ort für anspruchsvolles literarisches Theater, politische Kontroversen und ästhetische Experimente.

Ein Plakat für einen WETTBEWERB.

Mein Beitrag für einen bundesweiten Plakatwettbewerb mit dem Thema „Gegen Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass“.

Meine Lösung

Ich suchte als Plakatmotiv ein einfaches, visuell starkes und originelles Symbol mit hohem Sympathie- und Wiedererkennungswert. Was mir während der Konzeptionsphase immer wieder in den Sinn kam, war der Gedanke „Da ist Musik drin“ – im Biergarten, in der Veranstaltung und natürlich auch im Bier selbst!

Und das war dann auch der gedankliche Ausgangspunkt für meinen Entwurf. Nach etlichen Kritzeleien und Detailstudien fand ich eine inhaltlich und formal interessante Lösung, die ein Bierglas darstellte, dessen Griff die Form eines Notenschlüssels hatte.

Der Charme der ursprünglich schnell hingeworfenen Miniaturskizze kam dann final durch eine dramatische Vergrößerung auf Plakatdimensionen richtig zur Geltung.

Die rohe und ungeschliffene Illustration im Comic-Look unterstreicht zusammen mit der gewählten bunten Farbgebung, den locker eingeschobenen Textfahnen und den eingestreuten Konfetti-Elementen treffend den heiter-ungezwungenen Anstrich der saisonalen Live Musik Veranstaltung.

Produziert im Siebdruck, 4/0-farbig, DIN A1, Hochformat

Ein Theater mit einer derart anspruchsvollen Ansage und ebensolchem Repertoire musste einen visuellen Auftritt erhalten, der ebenso ungewöhnlich, polarisierend und gleichzeitig einprägsam ist.

Einer, der staunend zu Boden blickt. Der in „Fahrt“ kommt. Der adlergleich und punktgenau hernieder stößt um Spuren zu verfolgen, um eine „Fährte“ aufzunehmen. „Fährten“ des Lebens, „Fährten“ der Zeit, „Fährten“ von Gedanken. Nicht Stillstand, sondern Bewegung. Vorwärts gehen. Lebendig sein. Dabei offen für alles, was ihm begegnet, das ihm wider-„fährt“.

Der ungewöhnliche Spielplan des Theaters für den März 1995 rief unvermittelt diese Assoziationen in mir hervor.

Und genauso schnell war mir klar, dass ich den suchend-staunenden Betrachter dieser „Fährten“ und Lebensspuren darstellen wollte.

Ich entschied mich schließlich für eine Handzeichnung, deren Konturen ich manuell wie bei einem Holzschnitt mit dem Messer auskratzte um die Dynamik, die Bewegung und das Verschmelzen der Person mit dem Hintergrund zu erzielen.

Ein großes wachsames und neugieriges Auge (des Betrachters) steht nahezu zentral im Format und bildet gleichsam die Achse, um die sich alles dreht und an der alles aufgehängt ist.

Als Kontrast zu der freien Illustration wählte ich eine gut lesbare und zeitlose Typografie, die in ihrer diagonalen Anordnung der Richtung der Zeichnung folgt, die sie in ihrer Leichtigkeit begleitet und durchdringt und dadurch dem gesamten Plakatmotiv Spannung verleiht.

Die einzelnen Vorführungen, Lesungen, Premieren und Gedichte im Rahmen des Theaterspielplans erscheinen wie zufällige Spuren, wie „Fährten“ am Boden und warten darauf, entdeckt und er-„fahren“ zu werden.

Produziert im Offsetdruck, 2/0-farbig Sonderfarben, DIN A1, Hochformat

Meine Idee war, auf drastische Weise zu zeigen, wie durch rechtsradikale Unterwanderung Fremdenhass entsteht, der nicht nur unsere Haltung gegenüber Ausländern, sondern auch uns selbst vergiftet.

Schließlich kam mir das Bild einer Schraube in den Sinn, die einer Person auf äußerst schmerzhafte und brutale Weise langsam durch die Stirn bis ins Gehirn getrieben wird.

Ich wählte als Technik eine freie Pinselillustration, da ich einen Look anstrebte, der zusammen mit den Farben Rot, Schwarz und Weiß an alte handgezeichnete Propagandaplakate aus der NS-Zeit erinnern sollte.

Durch das allmähliche Eindringen des Fremdkörpers wird wie bei einer Gehirnwäsche die ursprünglich positive Einstellung schrittweise vergiftet und immer negativer bis am Ende nur noch Feindseligkeit und Hass herrschen.

Die Metapher funktioniert auch gerade deshalb besonders gut, weil eine Schraube stets im Uhrzeigersinn, also RECHTS herum, eingedreht wird. Und die Idee, den Kreuzschlitz des Gewindekopfes als Hakenkreuz darzustellen, unterstützt zusätzlich formal die Thematik.

Produziert in Eigeninitiative im Siebdruck, 3/0-farbig, DIN A1, Hochformat, Auflage 118 Stück, handsigniert und nummeriert.